Reise 2003/2004
Reiseroute
Westaustralien mit Safari-Buschcamper
Perth - Lake Jasper - Pemperton - Walepole - Valley of the Giants - Denmark - Albany - Lake King - Kalgoorlie - Menzies - Lake Ballard - Sandstone - Mount Magnet - Geralton - Horrocks - Pink Lake - Kalbarri - Hutt River Province - Geralton - Mingenew - Three Springs - New Norcia - Beverly - Perth .
Westaustralien vom 11. Dezember 2003 – 10. Januar 2004
Donnerstag, 11. Dezember 23.35 Uhr
Flug mit Qantas von Frankfurt über Singapur nach Sydney. Eigentlich wollten wir direkt nach Perth fliegen, aber es gab in der von uns gebuchten Preiskategorie keinen Platz Singapur - Perth bzw. Perth – Singapur. So mußten wir halt über Sydney fliegen. Für die inneraustralischen Flüge haben wir jeweils 1 € bezahlt. Flug war ausgebucht.
Samstag, 13. Dezember
Ankunft gegen 5.30 Uhr. Die Kontrollen verliefen problemlos. Das Hotel hatten wir über das Internet gebucht, wurden aber ca. 14 Tage vor Abflug informiert, das durch einen Buchungsfehler das Zimmer nicht verfügbar sei.
Hotel hatte sich aber um eine Ersatzunterkunft gekümmert und nach Rücksprache mit uns, diese dann reserviert. Mit Taxi zu unserem gebuchten Hotel gefahren, wo wir gegen 8.00 Uhr ankamen. Bei der Buchung hatten wir extra angefragt, ob wir das Zimmer schon am frühen Morgen beziehen können und eine positive Antwort erhalten. Jetzt standen wir mit unserem Gepäck vorm Hotel und kein Mensch war da. Die Rezeption war im dazugehörigen Irish Pub und dieser öffnete Samstags erst um 13.00 Uhr. Gegen 8.30 Uhr bin ich in ein Geschäft gegangen und habe versucht, das Hotel anzurufen. Es meldete sich aber nur der Anrufbeantworter. Kurz nach 9.00 Uhr habe ich dann den Inhaber erreicht der versprach in einer halben Stunde wäre er da. Inzwischen kam aber schon das Zimmermädchen und ließ uns ein. Zimmer war in Ordnung. Erst mal hinlegen und entspannen!
Jetzt sind wir bereit für einen Stadtbummel. Wir machen uns auf zum Circular Quay, wo wie immer einiges los ist. Nach einem geruhsamen Nachmittag zurück ins Hotel, eine Kleinigkeit essen und ins Bett. Am nächsten Tag Weiterflug nach Perth.
Sonntag, 14. Dezember
Heute geht es weiter nach Perth. In Perth holen uns Maxine und John vom Flughafen ab. Die Zwei hatten uns eingeladen. Wir werden bis morgen bleiben. Maxine und John haben wir über das Internet kennen gelernt, als ich für unsere letzte Reise wegen Autovermietungen in Adelaide recherchierte.
Montag, 15. Dezember
Maxine und John fahren uns zu unserem Autovermieter, wo wir unser Heim für die nächsten 3 Wochen übernehmen. Es ist der 4WD Bush Cruiser, ein Allradcamper auf der Basis eines Toyota Landcruiser. Anschließend einkaufen, einräumen und los geht es. Zuerst gen Norden zu Karen und Rudi. Rudi ist Deutscher, der Anfang der 90er Jahre ausgewandert ist. Er ist schon mehrmals die Canning Stock Route gefahren und bietet sich als Führer an. Den wollten wir mal kennenlernen und uns noch ein paar Tipps für unsere diesjährige Tour holen. Da wir länger blieben, wie eigentlich geplant entschließen wir uns, diese Nacht in Perth auf dem Campingplatz zu bleiben und erst am nächsten Morgen loszufahren.
Dienstag, 16. Dezember
Jetzt geht es los. Unser nächstes Ziel ist der Lake Jasper. Unsere Fahrt geht über Freemantle, Rockingham, Mandurah, Pinjarra, Bunburry, Donnybrook, Nannup über den Highway Nr. 104 Richtung Pemberton. Vom Highway biegen wir Richtung Lake Jasper ab. Der Weg ist am Anfang noch gut befahrbar, geht aber nach kurzer Zeit in tiefen, weichen Sand über und wächst immer weiter zu. Die Äste der Bäume schlagen gegen unseren Camper und kratzen an der Außenwand entlang. Irgendwo auf der Strecke sind wir mit unserem außen angebrachten Sonnendach an einem Baum hängen geblieben und haben einen Teil der Befestigung abgerissen. Das haben wir aber erst festgestellt, als wir am Lake Jasper angekommen waren. Dort haben wir das Sonnendach ganz abgebaut. Das unhandliche Teil auf dem Rest unserer Fahrt halt nach Ankunft unter das Auto gelegt und vor Abfahrt wieder eingeladen. Abends haben wir es uns am Feuer gemütlich gemacht.
Mittwoch, 17. Dezember
Wir sind immer noch ganz alleine am See. Heute ist es bewölkt und leider nicht so warm. Wir machen eine Wanderung um einen Teil des Sees. Auf dem Rückweg fängt es an zu regnen. Also beschließen wir, weiterzufahren. Zurück zum Highway und nach Pemperton. Wir machen einen Abstecher zum Gloucester Tree. Das ist ein 60 Meter hoher Karri-Baum, von dem früher nach Waldbränden Ausschau gehalten wurde. In 58 Meter Höhe gibt es eine Plattform, zu der man hinaufsteigen kann. Wir begnügten uns mit einem Blick nach oben. Weiterfahrt nach Walpole.
Donnerstag, 18. Dezember
Die ganze Nacht hat es geregnet und es ist kühl. So hatten wir uns den australischen Sommer eigentlich nicht vorgestellt. Heute früh wollen wir in das „Valley of the Giants“ den Tree Top Walk machen. Der 420 m lange Weg führt durch die bis zu 60 m hohen Karri-Bäume. An der höchsten Stelle ist der Weg 40 Meter über dem Boden. Der Steg sieht aus wie eine auf den Kopf gestellte Brücke und schwankt ganz schön. Die Wettervorhersage für die nächsten Tage sagt leider keine Wetterbesserung voraus, deshalb ändern wir unsere ursprünglich geplante Route und fahren über Albany, Ravensthorpe Richtung Norden bis zum Lake King.
Freitag, 19. Dezember
In Lake King ist das Wetter schon besser, es ist trocken und warm. Nach Spaziergang um Lake King und Besichtigung der Sehenswürdigkeiten – der längste ausgeschilderte Wanderweg ist 3,6 km – fahren wir weiter Richtung Kalgoorlie. Auf dem Campingplatz hatten wir erfahren, dass noch Wildblumen blühen, da es in der letzten Zeit geregnet hat. In Varley besuchten wir den Hasenfriedhof, wo die Kinder ihre Haustiere begraben haben und den am in der Nähe liegenden „Rabbit-Proof-Fence“ getöteten Tieren ein Denkmal gesetzt haben. Unterwegs haben wir wirklich noch Wildblumen gesehen. Von dort Richtung Diggers Rock, Mt. Holland, Yellowdine nach Kalgoorlie.
Samstag, 20. Dezember
Kalgoorlie
Sonntag, 21. Dezember
Bei schönem Wetter fahren wir weiter nach Menzies. Wir beschließen, die Nacht hier zu bleiben und am Abend im Pub ein kühles Bier zu trinken.
Montag, 22. Dezember
Wir fahren weiter zum Lake Ballard. Das ist ein Salzsee, auf dem ein Engländer Namens Antony Gormley ein Kunstwerk errichtet hat. Aus diesem Salzsee ragt ein Hügel. Rund um diesen Hügel hat der Künstler 51 Stahlskulpturen aufgestellt. Die Sonne brennt vom Himmel und das Salz reflektiert die Wärme noch zusätzlich, so sehen wir uns nur einige der Figuren an und fahren dann weiter über Sandstone bis Mount Magnet. Da ich keine Lust zum kochen habe, gehen wir essen und ein kühles Bier trinken. Es ist noch über 30 Grad und es geht kein Lüftchen. Wir gehen früh zu Bett. Gegen 22.30 Uhr muß ich noch mal zur Toilette. Auf dem Rückweg hält mich unser Nachbar – Ralf - an. Auf seine Frage wo wir denn wohnen – und meine Antwort „Frankfurt“ kam seine Frage: Wohnen denn alle Deutsche in Städten, die was mit essen zu tun haben? Er habe eine Bekannte, die wohne in Hamburg. Die würde er jetzt mal anrufen, sprachs, nahm sein Handy und rief seine Bekannte in Hamburg an. Nach einem kurzen Gespräch mit ihr gab er mir sein Handy weiter: „sprich mal mit Gabriela“. Wir haben eine Viertelstunde sehr nett miteinander geplaudert. Nachdem das Telefonat beendet war, gab Ralf mir noch eine kleine Einweisung in seine Arbeit. Er suche für Minengesellschaften nach neuen Goldadern. Es würde vermutet, das es zwischen Cue und Mount Magnet eine goldführende Gesteinsschicht geben müßte und die versucht er zu finden. Da das Problem heute abend nicht mehr gelöst wird, gehe ich wieder ins Bett.
Dienstag, 23. Dezember
Es ist schon wieder sehr warm. Heute ist Kilometer machen angesagt, wir wollen bis zur Küste fahren. Unterwegs machen wir einen Abstecher nach Yalgoo. Dort waren Maxine und John vor 40 Jahren als Lehrer tätig. Wollen die Schule fotografieren und den beiden dann die Bilder zuschicken. Weiter geht es bis Geraldton, wo wir unsere Vorräte ergänzen und bis Horrocks weiterfahren. Hier wollen wir Heiligabend verbringen. Horrocks ist ein kleiner Ort mit einem sehr schönen Sandstrand.
Mittwoch, 24. Dezember
Heute ist relaxen angesagt, am Strand spazieren gehen, die Umgebung erkunden und abends BBQ. Wir treffen ein nettes Paar aus Kalgoorlie mit denen wir den Abend verbringen. Sie kam aus einem kleinen Ort den keiner kennt (meinte sie) – Yalgoo - . Bei fast 30 Grad kommt allerdings keine weihnachtliche Stimmung auf.
Donnerstag, 25. Dezember
Wir wollen weiter in den Kalbarri-NP. Fahren an der Küste entlang Richtung Gregory und zum Pink Lake. Der ist wirklich pinkfarben. Die Farbe kommt vom Karotin, das von Bakterien erzeugt wird. Das Karotin wird für die Lebensmittelindustrie abgebaut. An der zerklüfteten Küste entlang geht es weiter Richtung Kalbarri. Wir fahren die ausgeschilderten Aussichtspunkte an – z.B. Natural Bridge, Red Bluff, Eagle Gorge - Es weht ein starker Wind, so das wir uns nur kurz im Freien aufhalten. In Kalbarri suchen wir uns einen Platz auf dem Campingplatz. Da Feiertag ist, ist das Büro nicht besetzt. Wir stellen uns einfach auf einen freien Platz.
Freitag, 26. Dezember
Heute ist das Büro wieder besetzt. Einen Platz für die nächsten Tage gebucht. Um 8.30 Uhr ist Pelikan-Fütterung, die will ich unbedingt sehen. Anschließend fahren wir in den Kalbarri-NP zu „The Loop“. Wollen uns das „Natures Window“ ansehen. Obwohl es noch früh ist, brennt die Sonne schon ganz schön heiß. Vom Parkplatz aus sind es ca. 500 Meter bis zum „Natures Window“. Durch das Fenster hat man einen schönen Blick auf den Murchinson, der zu dieser Zeit nicht mehr viel Wasser hat. Zurück zum Parkplatz und weiter zum „Z-Bend“. Als wir aus dem Auto steigen ist es so heiß, dass man glaubt in einem Backofen zu sein, die Hitze brennt richtig auf der Haut. Dieter fragt mich, ob ich wirklich runter laufen will. Es sind doch nur 500 Meter, das werde ich doch noch schaffen. Nach 100 Metern mußte ich schon die erste Pause einlegen, wollte aber nicht umkehren. Als wir auf der Aussichtsplattform angekommen waren, bin ich sofort wieder zurück. Durch die Steine, die die Hitze zurückwarfen, war es für mich unerträglich heiß. Der Rückweg wurde für mich zu einer einzigen Qual. Am liebsten hätte ich mich irgendwo in den Schatten gelegt und keinen Schritt mehr getan. Das ging ja nicht, also langsam wieder aufgestiegen. 500 Meter können unheimlich weit sein! Mir wurde schlecht, ich mußte mich übergeben und immer noch kein Ende des Weges abzusehen. Ich war froh, als wie wieder an unsrem Auto angekommen waren. Erst mal kaltes Wasser über die Arme laufen lassen und hinlegen! Ein nasses Handtuch aufs Gesicht, so langsam wurde es besser. Wir hatten alle Vorsichtsmaßnahmen ergriffen (Hut, Sonnencreme, trotz der kurzen Strecke genügend zu trinken mit) trotzdem hatte ich diese Probleme. Der Wetterbericht für diesen Tag: 48 Grad!!! Jetzt zurück zum Campingplatz und nur noch relaxen.
Samstag, 27. Dezember
Heute morgen machen wir eine Fahrt auf dem Murchinson. Das ist eine sehr relaxte Angelegenheit. Der Wasserstand ist sehr niedrig, deshalb können wir nicht so weit fahren. Nach 3 Stunden sind wir wieder zurück in Kalbarri. Wir beschließen noch ein Stück Richtung Perth zu fahren und dabei einen Abstecher in die Hutt River Province zu machen. Prince Leonhard hat 1970 seine Unabhängigkeit erklärt und seinen eigenen Staat ausgerufen. Es gibt eine eigene Währung und Briefmarken, die nur dort gelten. Wir werden von Prince Leonhard persönlich begrüßt. Da wir an diesem Tag noch weiterfahren wollen, stempelt er gleichzeitig Ein- und Ausreisevisum in unseren Paß. Zusammen mit einem englischen Paar führt er uns durch sein Reich. Besonders stolz ist er auf seine Anerkennungsschreiben aus der ganzen Welt. Nach dem Rundgang fahren wir weiter bis Geraldton, wo wir über Nacht bleiben.
Sonntag, 28. Dezember
Weiter geht es über Mingew – Three Springs – Carnamah (Yarra Yarra Lakes) bis Watheroo, wo wir die Nacht verbringen.
Montag, 29. Dezember
Heute geht es über Moora nach New Norcia. New Norcia wurde 1846 von Benediktiner-Mönchen gegründet. Wir buchen eine Stadtführung. Fast die ganze Stadt besteht aus Kirchen. 3 Stunden Kirchen waren genug. Jetzt wird es aber Zeit, das wir weiterfahren. Haben uns bei Inge und Micha angekündigt. Die beiden sind vor 20 Jahren nach Australien ausgewandert und betreiben in der Nähe von Beverley eine Schaffarm.
Dienstag, 30. Dezember
Einmal im Jahr werden die Schafböcke zu den weiblichen Schafen gelassen. Heute wollen Inge und Micha die letzten Böcke aussuchen, entwurmen und zu den Schafen lassen. Dabei können wir zusehen. Den restlichen Tag verbringen wir mit ausruhen.
Mittwoch, 31. Dezember
Der letzte Tag im Jahr. Gegen Mittag verabschieden wir uns und fahren nach Perth. Wir überlegen uns, wie wir Silvester verbringen. Uns wird der Gloucester-Park empfohlen, das ist die Trabrennbahn. Hier gibt es Live-Musik und natürlich Pferderennen. Wir haben jede Menge Geld gespart, da wir NICHT gewettet haben. Zum Spaß haben wir uns jeweils ein Pferd ausgesucht, auf das wir gesetzt hätten, allerdings kamen die immer unter ferner liefen ein. Um 23.45 Uhr gibt es ein grandioses Feuerwerk, das pünktlich um Mitternacht beendet ist. Privates Feuerwerk ist wegen der Brandgefahr verboten.
Donnerstag, 1. Januar
Vor unserer Abreise aus Perth hatten wir Rudi versprochen nochmals bei ihm vorbei zu kommen. Wir rufen ihn zwecks Terminvereinbarung an. Wir sollen doch gleich vorbeikommen, da seine Frau heute ihren Laden geschlossen hat. Den Nachmittag verbringen wir bei den beiden im Garten.
Freitag, 2. Januar – Dienstag 6. Januar
Diese Tage haben wir in Perth und Umgebung verbracht.
Mittwoch, 7. Januar
Heute geben wir unseren Camper ab und fliegen nach Sydney. Die Übergabe des Campers ist schnell und problemlos. Mit dem Taxi zum Flughafen um unsere Koffer aufzugeben. Beim einchecken werden wir gefragt, ob wir mit der frühen Maschine (wir hatten die Mittagsmaschine gebucht) fliegen wollen, es seinen noch Plätze verfügbar. Klar machen wir das. Es ist jetzt 8.25 Uhr und die Maschine fliegt um 8.50 Uhr. Durch die Sicherheitskontrolle und ab in den Flieger. Ankunft gegen Mittag, im Hotel einchecken und jetzt haben wir noch den restlichen Tag für Sydney zur Verfügung. Zum Abschluß gehen wir essen.
Donnerstag, 8. Januar
Flug – Sydney – Frankfurt
Freitag, 9. Januar
Wir sind (leider) wieder zu Hause.










